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Ellen Obier lässt die Wettbewerbe der vergangenen 60 Jahre Revue passieren

Ellen Obier: Ihr Silvesterauftritt in Kastel bringt Erinnerungen an viele Grand-Prix-Hits zurück.

KASTEL - Mit ihrem neuen Programm "ESC - Eurovision Song Contest - Germany 12 Points" erweist die bekannte Entertainerin und Parodistin Ellen Obier dem Grand Prix Eurovision de la Chanson ihre Reverenz. Ein Motto, mit dem die Künstlerin bei ihrem Gastauftritt am Silvesterabend im Lilien Palais an das 60-jährige Bestehen des Euro-Schlager-Festivals erinnerte. Ein Wettbewerb, bei dem allerdings nur die Saarländerin Nicole Hohloch mit ihrem Song "Ein bisschen Frieden" im Jahr 1982 und Lena Meyers-Landrut in 2010 reüssieren konnte. Die Gäste, die sich am Silvester im Kasteler Musentempel eingefunden haben, dürfen sich nicht nur auf ein kulinarisches Festival freuen, das Betreiber Harald Kauth und Küchenchef Hans-Martin Kaiser kredenzen.

Die charmante "Frau der 1000 Stimmen", gebürtige Fränkin, weiß ihr Publikum von Anfang an zu begeistern. In die Figur der Berlinerin Cornelia Fro- boess schlüpft sie mühelos und verströmt mit dem Erfolgstitel "Zwei kleine Italiener" Reminiszenzen der 1960er Jahre. Da kommt auch etwas Melancholie auf, wenn sie dem verstorbenen österreichischen Barden Udo Jürgens ihre Stimmkraft verleiht. Ein einfühlsames "Merci Chérie" an Jürgens, der den Schlagerwettbewerb 1966 gewann.

Lausbübisch und authentisch in vielen Rollen

Auch der lausbübischen Norwegerin Wencke Myhre verleiht sie eine parodistische Ausdruckskraft. Eine Künstlerin, die beim Song Contest 1968 nur den sechsten Rang belegte, aber mit Liedern wie "Er hat ein knallrotes Gummiboot" und dem Angebeteten, der "im Tor steht", in Deutschland Furore machte. Auf dem Siegertreppchen stand auch Katja Ebstein. Ihr Chanson "Wunder gibt es immer wieder" begeistert auch heute noch die Fangemeinde hinsichtlich des Textes und der Stimme. Ein Evergreen, der 1970 mit dem dritten Rang goutiert wurde. Auch ein Binger Mädchen machte Karriere: Mary Roos. Eine aparte Erscheinung, die 1972 mit ihrem Song "Nur die Liebe lässt uns leben" so manche Zweisamkeit gedanklich förderte. Ellen Obier nimmt sich ihrer Protagonisten liebevoll und authentisch an und weiß auch aus ihrem eigenen Leben zu berichten. So etwa, wenn sie aufgrund ihrer 25-jährigen Bühnenpräsenz bekennt: "Die Musik ist mein Leben." Das Publikum ist begeistert, und Obier widmet sich Vicky Leandros. In der Attitude der Deutsch-Griechin, die für Luxemburg an den Start ging, erinnert Obier an den Siegertitel "Après toi" (Dann kamst du) aus dem Jahr 1972. "Er gehört zu mir" – ein Kult-Titel und ein Ohrwurm zugleich. Marianne Rosenbergs Liebesballade wird auch heute noch gerne mitgesungen. Für Obier wiederum eine Steilvorlage für einen stimmungsvollen Abend. Zehnter Rang eim ESC 1975.

Die deutsch-britische Sängerin Ireen Sheer nahm ebenfalls an den ESC-Wettbewerben mit bescheidenen Plätzen teil. Für reichlich Stimmung sorgt sie aber auch heute noch, wenn die Künstlerin eingesteht, "am Abend Kopfweh zu haben". Obier hat aber keinen Grund zum Aufhören. Der Neckarbrückenblues von Joy Fleming hat es ihr besonders angetan. Obier liegt aber auch das Jazz-Genre im Blut. Und so erweist sie posthum Roger Cicero ihre Reverenz und schlüpft anschließend in die Rolle von Max Mutzke, der sich auf nationaler Ebene einen Namen machen konnte.