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Ellen Obier - Es könnte Tina Turner sein

Ellen Obier parodiert im Lalu Tina Turner, Margot Hellwig und viele mehr ...

Ellen Obier als Tina Turner DoubleHameln -  "Ich bin alle Frauen", stellt Ellen Obier fest. Sie spricht ihrer weiblichen Fangemeinde im fast vollbesetzten Lalu aus dem Herzen. Männer haben es an diesem Abend bei Obiers großer Show anlässlich des Internationalen Frauentages nicht leicht. Gerade mal zehn verlieren sich in der Flut amüsierwilliger Weiblichkeit. Die Frauen aller Altersstufen sind schon nach wenigen Augenblicken von der enormen Wandlungsfähigkeit der in der Region bereits bekannten und beliebten Entertainerin hin und weg.

Als Einstieg legt die Diva im hautengen schwarzen Glitzerkleid erst einmal eine Zarah-Leander-Parodie hin, die an Detailgenauigkeit nichts zu wünschen übrig lässt. Es folgen eine ganze Palette weiterer Stars: Marylin Monroe, Nena, Kylie Minogue, Margot Hellwig, Lady Gaga, Cher. Der umjubelte Höhepunkt aber ist Ellen Obier als perfektes Double von Tina Turner.

Zwischendurch spricht die agile Parodistin auch mal hinunter ins Publikum, treibt ihre Späße mit dem bedauernswerten Karlheinz, dem im zweiten Teil freilich der hüftschwingende und reich beklatschte Hans-Jürgen bei einem Bünenausflug die Schau stiehlt. Als der sich zudem noch als "unverheiratet" zu erkennen gibt, geht ein Raunen durch Hamelns Hefehof.

"Manchmal Vamp, manchmal freche Göre, manchmal laut, manchmal leise, mitunter sogar weise" reimt die in Ahlden an der Aller beheimatete Imitatorin. Ihr genügt ein Kleiderständer mit einigen Utensilien, die ihre vielen Verwandlungen möglich machen. Stil- und zielsicher trifft sie das jeweilige Genre, Tonfall und Habitus ihres Vorbildes. Dabei bleibt sie aber immer sie selber, macht mit jedem Ton, jeder Bewegung die Parodie als solche erkennbar.
Die Hamelnerinnen im Lalu kommen mehr und mehr in Schwung, erweisen sich nicht nur bei Catharina Valentes "Bikini-Song" als überaus textsicher. Die Wechselgesänge erreichen fast Stadionqualität. Nenas "Luftballons" etwa sitzen bis in die verzweigtesten Textzellen perfekt.

Dabei spielt es keine Rolle, dass obiers Moderation keinesfalls geschliffen daherkommt. Auch hier zeigt sie liebenswerte Ecken und Kanten, bleibt durch und durch authentisch. Statt geistreich ausformulierter Eloquenz lieber schnörkellose grundehrliche Frauenpower - das kommt an, erzeugt das gewünschte, zum speziellen Anlass des Tages passende Gemeinschaftsgefühl.

Am Ende Jubel, mehrere Zugaben, ein sentimentales Fiakerliedchen zum Abschied und sehr viel Respekt für eine Künstlerin, die sich an diesem Abend fraglos in die Herzen der Frauen spielte.

Es könnte Tina Turner sein: Bei den Parodien von Ellen Obier stimmt nicht nur der Tonfall, sondern auch jede Bewegung.

Foto: Christoph Huppert
DeWeZet (Die Deister- und Weser-Zeitung) 10. März 2015